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Mitarbeiter können alles:

wenn man sie weiterbildet,

wenn man ihnen Werkzeuge gibt,

vor allem aber, wenn man es ihnen zutraut.

Hans-Olaf Henkel

[von Günter Seipp] Wenn Sie Mitarbeiter eines Unternehmens sind, werden Sie dieser Aussage bestimmt zustimmen. Wenn Sie Chef eines Unternehmens sind, der häufig kritischen Kunden gegenübersteht, werden Sie bestimmt denken: „Stimmt, habt Vertrauen in mich und meine Mitarbeiter, liebe Kunden.

Und wie oft vertrauen Sie selbst, bislang unbekannten Personen? Es ist nicht leicht die richtige Balance zwischen Vertrauen und gesunder Skepsis zu finden, aber woran liegt es, dass wir heute viel weniger Vertrauen als noch vor 20 Jahren? An unserer gewachsenen Reife und Erfahrung? Nein, zum einen weil wir unseren Erfahrungen nicht vertrauen können, denn jede Erfahrung hätte genau das gegenteilige Ergebnis haben können und zum anderen, weil die Menschheit in Ihrer Gesamtheit genauso viele negative wie positive Erfahrungen sammelt. Das Gesamtergebnis müsste deshalb immer ausgeglichen sein. Das Problem unserer Wahrnehmung ist die Nachrichtendichte und insbesondere das Internet.

Je mehr Nachrichten wir erhalten, umso mehr negative Informationen sind in ihnen enthalten. Stürzt heute ein einmotoriges Flugzeug im australischen Busch ab, sinken in Europa die Fluggastzahlen. Und speziell im Internet erfahren wir über jeden beliebigen Menschen so viele Details, dass bestimmt zwei oder drei dabei sind, die unseren Zweifel hinsichtlich Integrität oder Kompetenz nähren. Früher haben wir negative Eigenschaften der Menschen durch eigenes Erleben wahrgenommen und wir konnten die Menschen persönlich erleben. Jeder Mensch bekam so die Chance Fehler durch positive Eigenschaften zu kompensieren. Im Internet blühen Klatsch und Tratsch und manchmal auch ganz ordinäre Verleumdungen. Sehen Sie sich nur die politischen Schlammschlachten an. Wenn interessiert noch die Wahrheit? Oder auch nur ein ausgewogenes Meinungsbild? Alles, was nicht zum eigenen Weltbild passt, sind „Fake-News“ oder stammt von der „Lügenpresse“. Die Welt ist so leicht in schwarz und weiß einzuteilen, aber die Wahrheit ist immer grau! Und das Schlimme ist, diese Entwicklung wird sich weiter beschleunigen, denn es ist so leicht, sich an diesem „Spiel“ zu beteiligen, jeder „Blödmann“ kann mitspielen und es ist so schwer, sich als denkender Mensch gegen diese Flut an Unwahrheit und Dummheit zu stemmen.

Ich habe mittlerweile eine Reihe von Impulsvorträgen zum Thema „Vertrauensverlust“ gehalten. Alle Zuhörer beklagen den Vertrauensschwund bei Kunden, Kollegen und Mitarbeitern, aber jeder einzelne hat eine Geschichte in petto, mit der genau dieser Vertrauensverlust gegenüber anderen Menschen berechtigt erscheint. Wie wollen wir mehr Vertrauen erhalten, wenn wir selbst nicht Vertrauen, wenn wir den Menschen keinen Vertrauensvorschuss gewähren? Wenn der „normale Bürger“ Kreditsachbearbeiter wäre, würde kein Mensch mehr einen Kredit erhalten. Wer vertraut, kann enttäuscht werden, und ich formuliere noch schärfer, wer vertraut, wird enttäuscht werden, aber wer nicht vertraut, verliert viel mehr, als der Mensch, der vertraut und ab und zu enttäuscht wird. Selbst wenn Sie in 10% aller Fälle enttäuscht werden und verlieren, gewinnen Sie gleichzeitig in 90% der Fälle. Wenn Sie einen Plan schmieden und irgendjemand würde Ihnen glaubwürdig garantieren, dass Sie mit diesem Plan 80% Gewinn erwirtschaften, würden Sie nicht zögern und ihn sofort in die Tat umsetzen. Wer misstraut, gewinnt nichts, sondern verliert diese 80%. Sie mögen sich besser fühlen, weil Sie sich nicht mit Verlusten auseinandersetzen müssen, aber unter rationalen Erwägungen ist diese Verhalten gar nicht klug. Andre Kostolany hat den Spruch geprägt: „An der Börse ist 2+2 niemals 4, sondern immer 5-1 und wer das ‚-1‘ nicht erträgt, soll keine Aktien kaufen!“ Falls es Ihnen schwer fällt zu vertrauen, zeige ich Ihnen gerne, welche Aspekte Ihrer Persönlichkeit Sie trainieren müssen, damit Sie ebenso große Gewinne erzielen, wie sie Andre Kostolany in seinem Leben erzielt hat. Wenn Sie das ‚-1‘ des menschlichen Verhaltens gelassen ertragen, können Sie riesige Gewinne erzielen, wenn nicht - dann wird es schwer. Von Konrad Adenauer stammt der Satz: „Nehmen Sie die Menschen wie sie sind, es gibt keine anderen.“ Es ist aber nicht notwendig unter dem Verhalten der Menschen zu leiden. Es ist eine Frage, der persönlichen Einstellung und Ihrer Reaktion auf das Verhalten der Menschen und nicht der Umstände, des Schicksals oder des Glücks. Wer beim Pokern gewinnen will, braucht nicht das beste Blatt, sondern er muss die Karten, die der Zufall ihm zuteilt, bestmöglich einsetzen. Mit guten Karten viel gewinnen und mit schlechten Karten möglichst wenig verlieren, im besten Fall mit einem guten Bluff auch noch mit miesen Karten gewinnen, so kann man Poker-Weltmeister werden, wie Pius Heinz 2011 in Las Vegas, und 8,7 Millionen US-$ gewinnen!

Wenn Sie einem Menschen ihr Vertrauen schenken, wecken Sie die besten Instinkte in ihm. Es fällt jedem Menschen schwer, andere Menschen zu enttäuschen, die einem vertraut haben. Dagegen erscheint es jedem Menschen gerecht, einem Menschen, der uns misstraut, zu beweisen, dass er mit seiner Einschätzung richtiggelegen hat. So wird das anfängliche Vertrauen, wie das anfänglich Misstrauen zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Der Mensch, der misstraut, hat viele negative Erlebnisse, wogegen der Mensch, der vertraut, viele positive Erlebnisse hat. Und so behalten beide in ihrer Wahrnehmung am Ende Recht. Nur der eine ist mürrisch, schlecht gelaunt und vielleicht sogar ein Misanthrop und der andere glücklich, zufrieden und vielleicht sogar vermögend.

Vertrauen Sie und zeigen Sie dieses Vertrauen, Sie werden überrascht sein, welche Erfolge Sie mit dieser Haltung erzielen werden,

Vertrauen Sie los!

In diesen Seminaren ist der Umgang mit Lügen und anderen unangenehmen Verhaltensweisen der Menschen - und Ihre beste Reaktion darauf - ein wichtiger Bestandteil.

Führen und Motivieren
Rhetorik für die Spitze
Rhetorik für Unternehmer
Dialektik und Eristik