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07.07.2016

Entspannte Gelassenheit oder angestrengte Konzentration, was verspricht mehr Erfolg?

Wer ist wichtiger für eine Fußballmannschaft, ein Spieler, der Trainer oder das Maskottchen? Wer gewinnt die Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich? Jeder Spieler muss davon überzeugt sein, dass er das Zünglein an der Waage ist, damit er hochmotiviert ins Spiel geht. Der Trainer muss von sich und seinen Fähigkeiten überzeugt sein, damit er die Spieler von seiner Taktik überzeugen und ihr Selbstvertrauen stärken kann. Nur das Maskottchen muss lediglich anwesend sein! Wenn die Mannschaft an den „Geist von Malente“, an die positiven Schwingungen, an was auch immer glaubt, ist sie zu Leistungen fähig, die bislang als unvorstellbar galten. Trotzdem möchte jeder Mensch mit persönlichen Leistungen glänzen und nicht auf die Rolle als Maskottchen oder Frühstücksdirektor reduziert werden. In einer Leistungsgesellschaft ist diese Motivation verständlich, aber ist sie auch sinnvoll? Lukas Podolski wurde im Juni 2016 im Trainingslager in Ascona gefragt, ob er für die Nationalmannschaft als Maskottchen nominiert worden sei, da seine Leistungen in letzter Zeit nicht so toll gewesen wären. Prinz Poldi reagierte sehr dünnhäutig als er antwortete: „ Als Maskottchen bin ich bestimmt nicht hierhergekommen. Das ist eine Unverschämtheit, das habe ich nicht verdient. Ich habe mehr als 100 Länderspiele. “  Ich bin auch der Meinung, dass zu viele Menschen zu wenig Respekt haben oder zumindest zeigen. Bedauerlicherweise fordert Lukas Podolski Respekt für sich und seine Leistung mit den falschen Argumenten, denn wenn die Anzahl der Länderspiele ausschlaggebend wäre, müsste Lothar Matthäus immer nominiert werden. Und was ist so schlimm daran, wenn jemand in die Nationalmannschaft berufen wird, weil er für gute Stimmung und Fröhlichkeit in der Vorbereitung und während des Turniers sorgt? Wenn jeder Spieler 10% mehr Leistung bringt, weil er zuversichtlich und fröhlich ist, hat die Mannschaft einen Spieler mehr auf dem Feld. Gruppendynamische Prozesse entscheiden in Mannschaftssportarten bei gleichwertigen Gegnern über Sieg und Niederlage. Wer hat dieses „ Momentum “ heute Abend im Finale der Fußball-Europameisterschaft auf seiner Seite, Portugal oder Frankreich? Nach der Antwort von Poldi herrschte auf der Pressekonferenz in Ascona keine fröhliche Stimmung - sondern betretenes Schweigen, wie hätten die Journalisten reagiert, wenn Poldi geantwortet hätte: „ Neidisch? Du wärst wohl auch gerne nominiert worden? “ oder „ Besser als Maskottchen dabei, als gar nicht. “ oder „ Wie viele Spiele hast du in den letzten Monaten von mir gesehen? “ Jede diese Antworten wäre besser gewesen, weil Lukas Podolski damit seine sprichwörtliche rheinische Frohnatur demonstriert hätte. Das er nicht belustigt auf die Frage reasgieren konnte, zeigt seine innere Anspannung. Wenn Menschen ausgeglichen und zufrieden sind, ist es meistens leicht, entspannt und fröhlich auf kritische Fragen zu reagieren. Gerade wenn Sie nicht in dieser glücklichen Lage sind, ist es wichtig durch eine humorvolle Reaktion genau diesen Eindruck zu wecken. Die Weltmeister von 2014 sind mit dem Bewusstsein nach Frankreich gereist, dass sie jetzt auch Europameister werden müssen. Die psychologisch denkbar schlechteste Voraussetzung um etwas zu gewinnen! Eine positive Schlagfertigkeit kann jeder Mensch lernen und mit dem richtigen Training ist es sogar sehr leicht. Wenn Sie mehr erfahren wollen, sehen Sie sich bitte die Seminarbeschreibungen „ Dialektik und Eristik “ und „ Rhetorik für die Spitze “ an. Sie werden erstaunt sein, wie charmant und schlagfertig Sie antworten können, wenn Sie Ihre Sichtweise auf die „Frage“, „Kritik“ oder „schlichte Unverschämtheit“ ändern. Leider haben die Spieler ihre Lockerheit vor dem Halbfinale gegen Frankreich nicht wiedergefunden, weshalb das Spiel durch eigene Fehler verloren wurde. So wie 2014 Brasilien das Halbfinale gegen Deutschland verloren hat. Heute Abend im Endspiel zwischen Frankreich und Portugal stehen deshalb die Zeichen für Portugal erheblich besser als für Frankreich. Frankreich hat im Halbfinale gegen Deutschland den amtierenden Weltmeister und Angstgegner bezwungen, weshalb die Spieler bereits mit dem Ausgang des Turniers zufrieden sind. Ganz anders als bei den vergangenen zwei großen Turnieren, wo sich viel Häme und Spott über Spieler und Trainer ergossen hat. Jetzt im Endspiel erwartet jeder Franzose, dass Portugal als vermeintlich leichterer Gegner aus dem Weg geräumt wird. Je länger Portugal dem ersten Ansturm der L'equipe tricolor standhält, desto unwahrscheinlicher wird ein französischer Sieg. Ich glaube an Portugal!

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